Angaben zur Identifikation |
Signatur: | A 1560 |
Signatur-Bereich: | A 1560/1 - A 1560/563 |
Titel: | Unterlagen Irrenanstalt resp. Heil- und Pflegeanstalt St. Urban: Bände, Akten, Fotos |
Entstehungszeitraum: | 1830 - 1977 |
Stufe: | Akzession |
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Angaben zum Umfang |
Laufmeter: | 9,00 |
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Angaben zum Kontext |
Aktenbildner-/Provenienzname: | Irrenanstalt St. Urban (1871-1922), kant. Heil- und Pflegeanstalt St. Urban (1923-1961), kant. Psychiatrische Klinik St. Urban (seit 1962) |
Bestandesgeschichte: | Am 2. August 1976 geriet das Werkstattgebäude mit Bäckerei und Verkaufsladen, die ehemalige Klostermühle von St. Urban, in Brand. Der Brand konnte dank des schnellen Eingreifens der Betriebsfeuerwehr der Klinik sowie der Feuerwehren der umliegenden Gemeinden rasch gelöscht werden. Neben dem Gebäude selbst erlitt jedoch vor allem das darin eingelagerte Verwaltungsschriftgut der Klinik (seit 1873) einen beträchtlichen Wasserschaden. Das Archivgut wurde notdürftig getrocknet und auf dem Estrich des Konventgebäudes eingelagert. Die Restfeuchtigkeit im Archivgut sowie die schlechten klimatischen Bedingungen im Estrich selbst bewirkten einen starken Schimmelpilzbefall. Einiges muss auch verloren gegangen sein. Nach mehreren erfolglosen Anläufen konnte das Staatsarchiv am 24. April 2001 einen Augenschein nehmen. Daraufhin hat der in der Klinik tätige Störbibliothekar, Wilm Steinmetz, das gesamte Schriftgut grob gereinigt und vom Schimmelpilz befreit. Am 10. Juli 2001 wurde der gesamte auf dem Estrich des Konventgebäudes eingelagerte Bestand ins Staatsarchiv überführt. |
Erwerbsart: | Ablieferung |
Eingangsdatum: | 10.07.2001 |
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Angaben zu Inhalt und Struktur |
Inhalt: | Bände und Hefte, teilweise eingeschachtelt - Patienten und Patientinnen: Kontrollen etc. A 1560/1-157 - Personal A 1560/158-164 - Konto-Korrent A 1560/165-186 - Journale A 1560/187-211 - Inventare A 1560/212-317 - Lebensmittel A 1560/318-350 - Landwirtschaftsbetriebe A 1560/351-380 - Hauptbuch A 1560/381-385 - Debitoren und Kreditoren A 1560/386-398 - Kontrollbände, Tagebücher, Varia A 1560/399-426 Unterlagen im Aktenformat - Pläne, zusammengelegt, z. T. mit Korrespondenz A 1560/427-468 - Jahresberichte Hilfverein A 1560/469-473 - Varia A 1560/474-479 Fotos von Patienten und Patientinnen A 1560/480-563 |
Bewertung und Kassation: | Der Umfang der Ablieferung betrug ursprünglich rund 50 Lfm. Einige Unterlagen, bei denen wegen Schimmelpilzbefall eine Bearbeitung nicht möglich war, wurden gleich bei der Entgegennahme kassiert. Eine umfassende Bewertung erfolgte im Sommer 2008; dabei wurden einige Bandserien auf ein Sample (Zehnerjahrgänge) reduziert, andere integral archiviert: - Etats der Verpflegten: integrale Archivierung, Kassation der Zweitexemplare - Kontenbücher der Patienten (Männer und Frauen): Archivierung in Auswahl: jeweils erster, letzter und Zehnerjahrgänge (die wesentlichen Angaben sind in den Etats der Verpflegten enthalten) - Inventare: integrale Archivierung - Journale: Archivierung in Auswahl (Zehnerjahrgang). Die Lohnjournale aus dem Zeitraum 1967-1971 wurden kassiert. Bei den weiteren Unterlagen wurde von Fall zu Fall entschieden, wobei neben dem Inhalt auch der physische Zustand und der für eine gefahrlose Benutzung notwendige konservatorische Aufwand berücksichtigt wurden. Von gewissen Unterlagen-Typen wurden nur Muster archiviert, so wurden von den 12 Bänden "Copie de Lettres", die den Zeitraum von 1882 bis 1921 umfassten, alle bis auf einen kassiert. |
Ordnung und Klassifikation: | Die Gliederung wurde im Staatsarchiv vollzogen. Dabei wurde als erstes Gliederungsprinzip das Format gewählt. Pläne und Tafeln wurden als eigene Akzession behandelt (s. PLA 158). Die übrigen Unterlagen wurden in die 3 Kategorien Bände und Hefte, Unterlagen in Aktenform und Fotos eingeteilt. In die erste Kategorie wurden auch jene Unterlagen eingereiht, die aus konservatorischen Gründen von ihren stark beschädigten und z. T. schimmeligen Einbänden befreit und danach eingeschachtelt wurden. In diesem Bereich wechseln sich Bände und Schachteln ab. In die zweite Kategorie wurden auch die zu Aktenformat zusammengelegten Pläne eingereiht. Die dritte Kategorie bildeten die Fotos von Insassen, die sich ursprünglich in einer alten Ledermappe befanden; diese wurden alphabetisch geordnet und in speziellen Mäppchen untergebracht. |
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Angaben zur Benutzung |
Zugangsbestimmungen: | Es gelten die allgemeinen Zugangsbestimmungen des Staatsarchivs. Einsichtsbewilligungen in Archivalien, die noch einer Schutzfrist unterliegen, erteilt das Staatsarchiv. |
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Angaben zu verwandtem Material |
Verwandtes Material: | Klinik St. Urban: Rechnungen, Kassabücher, Inventare 1870-1924: BG 44-82, AKT 34/114A-131C und AKT 44/3327-3524. Jahresberichte des Hilfsvereins 1874 ff. in der Archivbibliothek (H 170). |
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Weitere Bemerkungen |
Bemerkung: | Die Akten und Bände befanden sich zum Teil in einem stark beschädigten Zustand (Wasserschäden und Schimmelpilz). Der desolate Zustand behinderte eine zügige Bearbeitung und ist der Grund dafür, dass die Ablieferung erst im Frühjahr 2009 abgeschlossen werden konnte. Nachdem ein Grossteil der Unterlagen kassiert worden war, wurden die zur Archivierung bestimmten Unterlagen im Herbst 2008/Frühjahr 2009 durch Patrick Birrer und Meinrad Schaller konservatorisch behandelt, gereinigt und zum Teil ausgebunden. |
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Benutzung |
Schutzfristende: | 31.12.2077 |
Erforderliche Bewilligung: | siehe Zugangsbestimmungen bei Akzession |
Physische Benützbarkeit: | Uneingeschränkt |
Zugänglichkeit: | Öffentlich |
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URL für diese Verz.-Einheit |
URL: | https://query-staatsarchiv.lu.ch/detail.aspx?ID=272347 |
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