PA 1273 Archiv der Firma Baumann und Partners: Unterlagen zum Bereich Energie und Umwelt, 1987-2004 (Akzession)

Archivplan-Kontext


Angaben zur Identifikation

Signatur:PA 1273
Signatur-Bereich:PA 1273/1 - PA 1273/1061
Titel:Archiv der Firma Baumann und Partners: Unterlagen zum Bereich Energie und Umwelt
Entstehungszeitraum:1987 - 2004
Stufe:Akzession

Angaben zum Umfang

Laufmeter:16,00

Angaben zum Kontext

Bestandesgeschichte:Rudolf Baumann-Hauser betreute über seine Firma "Baumann Partners GmbH" Projekte im Umweltbereich im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) des Kantons. Er übernahm dabei auch Projektleitungen und die Aktenführung.
Erwerbsart:Schenkung
Erwerbsart, Anm.:Schenkungsvertrag mit Firmeninhaber Rudolf Baumann-Hauser vom 4.2.2009
Eingangsdatum:05.04.2011

Angaben zu Inhalt und Struktur

Inhalt:Rudolf Baumann-Hauser arbeitete mit verschiedenen eidgenössischen und kantonalen Stellen zum Beispiel dem Amt für Umeltschutz (AfU), der Fachstelle für Energie (FfE), dem Bundesamt für Energie (BFE) oder dem Bundesamt für Umweltschutz (BAFU) zusammen und hat dabei an bedeutenden Projekten wie "Label Energiestadt" oder "EnergieSchweiz" mitgewirkt (s. weiter unten den Hinweis zu einigen ausgewählten Energieprotagonisten und -projekten unter Beteiligung von Rudolf Baumann-Hauser). Dabei übernahm er im Allgemeinen regelmässig Aufgaben in den Bereichen Projektkonzeption, Projektkoordination, Moderation von Sitzungen/Veranstaltungen, Projektpräsentation (Vorträge), Networking sowie Beratung als Experte etc. und engagierte sich unter anderem an Foren, Sonderschauen, Symposien oder Fachmessen. Im Speziellen erwähnenswert sind seine verschiedenen Beratungs-, Support- und Leitungsaufgaben für die "Energie 2000" wie auch für deren Nachfolgeprogramm "Energie Schweiz". Hierbei leitete er unter anderem das Stützpunktbüro Zentralschweiz. Im Weiteren engagierte sich Rudolf Baumann-Hauser als Energiestadtberater und Auditor. In dieser Funktion begleitete er verschiedene Gemeinden, unter anderem die Gemeinden des Biosphärenreservats Entlebuch, auf ihrem Weg zum Label Energiestadt. Beim Themenbereich "Mobilität" unterstützte Rudolf Baumann-Hauser verschiedene Projekte wie Mobilitätszentralen, Carsharing und badenmobil oder führte Mobilitätskurse im Kanton Luzern durch. Für das kantonale Raumplanungsamt schliesslich arbeitete Rudolf Baumann-Hauser an der Entwicklung eines Planes für das gemeinsame Vorgehen von Stadt und Kanton im Bereich von Energie und Umwelt mit. Dabei war er an der Erabeitung eines regionalen Strukturkonzepts und des kantonalen Richtplans sowie an Konzepten für wirtschaftliche Anreize beteiligt. Darüber hinaus leitete er eine Steuerungsausschussgruppe für die Koordination der verschiedenen Stellen.

Die Vielfalt der Tätigkeit von Rudolf Baumann-Hausers Arbeit spiegelt sich in den einzelnen Projekt-/Gruppentiteln und in den Projektdossiers. Auf deren Abbildung in einem Inhaltsverzeichnis wird hier wegen der Materialfülle verzichtet. Neben eigentlichen Geschäftsakten überlieferte Rudolf Baumann-Hauser auch Unterlagen eher dokumentarischer Art, Fachmagazine beispielsweise oder Zeitungsartikel in den Bereichen Ökologie, Bau, Energie und Politik und Weiterbildung.
Zum besseren Verständnis des Archives "Baumann" folgen einige ausgewählte, nicht abschliessende Hinweise zu Energie-Protagonisten und -Projekten etc. mit Beteilligung von Rudolf Baumann-Hauser: Im Februar 1991 lancierte der Bundesrat das Aktionsprogramm "Energie 2000" (1991-2000). Dieses Programm basierte auf drei Pfeilern: 1. auf den sich aus dem Energienutzungsbeschluss ergebenden gesetzlichen Massnahmen, für eine ausreichende und sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung sowie für den sparsamen und rationellen Energieverbrauch, 2. auf der Diskussion umstrittener Probleme (z.B. Atomenergie) durch die Betroffenen und 3. auf den freiwilligen Massnahmen z.B. von Städten und Gemeinden zur Verbesserung der rationellen Energieverwendung und zum Einsatz erneuerbarer Energien. Das Neue an "Energie 2000" war die Förderung freiwilliger Massnahmen privater und öffentlich-rechtlicher Akteure.

1994 hat die Programmleitung des Aktionsprogrammes "Energie 2000" die folgenden Ressorts geschaffen: 1. Regenerierbare Energien, 2. Treibstoffe, 3. Dienstleistungen, 4. Gewerbe, 5. Spitäler, 6. Industrie, 7. Wohnbauten und 8. Öffentliche Hand. Die zentrale Aufgabe dieser Ressorts war es, den Markt durch Überzeugungsarbeit (Information, Kommunikation, Ausbildung, Beratung, Aufbau von Akteurnetzwerken usw.) zu freiwilligen Massnahmen im Sinne der Ziele von Energie 2000 zu motivieren (sog. Marktbearbeitung). Das Ressort "Öffentliche Hand" stellte den Kommunen zu diesem Zweck eine breite Produktpalette für freiwillige Projekte zur Verfügung (Energiebuchhaltung usw.). Das wichtigste Produkt (Instrument) war die Zertifizierung der Städte und Gemeinden mit dem Label "Energiestadt" durch den Kooperationspartner "Trägerverein Label Energiestadt".

Das Programm "EnergieSchweiz" (2001-2010) des Bundesamtes für Energie (BfE) schloss nahtlos an "Energie 2000" an. Die wichtigsten Neuerungen waren die verstärkte Zusammenarbeit mit privaten Organisationen (u.a. Agenturen) und die Globalbeiträge an die Kantone, falls diese eigene Projekte im Sinn der Ziele von "Energie 2000“" durchführten und finanzierten. Die Aufgaben der Ressorts von "Energie 2000" wurden im Rahmen des Programms "EnergieSchweiz" vom BfE mittels Leistungsaufträgen u.a. an Agenturen (z.B. an die die "Arbeitsgemeinschaft EnergieSchweiz für Gemeinden") übertragen. Die erfolgreichen Produkte der Ressorts von "Energie 2000" (z.B. das Label "Energiestadt" des Ressorts Öffentliche Hand) wurden durch diese Agenturen weiter verwendet.
Im Unterschied zu "Energie 2000" war "Energie Schweiz" nicht mehr in Ressorts, sondern in vier Sektoren gegliedert: 1. Öffentliche Hand und Gebäude, 2. Wirtschaft, 3. Mobilität und 4. Erneuerbare Energien. Die bisherigen Aktivitäten von "Energie 2000", welche den Ressorts Öffentliche Hand und Spitäler zugeordnet waren, wurden im Rahmen des Programms "EnergieSchweiz" dem Marktbereich "EnergieSchweiz für Gemeinden" (mit dem Label "Energiestadt" als wichtigstem Produkt) übertragen. Mit "EnergieSchweiz" unterstützte das Bundesamt für Energie solche Städte und Gemeinden, die sich freiwillig verpflichteten, auf ihrem Gebiet die Ziele des Programmes "EnergieSchweiz" des BfE zu erreichen. Dabei bot das BfE den Städten und Gemeinden neben finanzieller Unterstützung weiterhin auch Energie- und Mobilitätsberatungen (z.B. durch akkreditierte Berater) sowie diverse weitere Produkte (z.B. Energiebuchhaltung, Label "Energiestadt") an, sofern deren energiepolitische Vorhaben den Zielen des Programms "EnergieSchweiz" dienten: Bis 2010 sollten 200 Schweizer Gemeinden und Städte über das Label "Energiestadt" verfügen.

Wichtige Protagonisten beim Aktionsprogramm "EnergieSchweiz" waren der Trägerverein "Label Energiestadt" und die "Arbeitsgemeinschaft Energie Schweiz für Gemeinden (ARGE ESfG)". Das Projekt "Energiestadt" wurde 1989 gegründet. Der Gedanke dazu entsprang der Kreativität der Umweltorganisationen WWF Schweiz und Schweizerische Energiestiftung (SES). Seit 1990 unterstützt das Bundesamt für Energiewirtschaft das Projekt. Um den Gemeinden im Rahmen von "Energie 2000" das Produktlabel "Energiestadt" anbieten zu können, ging das BfE eine Partnerschaft mit dem "Trägerverein Label Energiestadt" ein. Dieser Verein war der Eigentümer des Labels, vergab jenes nach eingehender Prüfung an Städte und Gemeinden, sicherte dessen Qualität und sorgte für die Weiterentwicklung. Die Aktivitäten des Trägervereins konzentrierten sich – im Sinne einer klaren Trennung zwischen Beratung (wofür die ARGE ESfG zuständig war) und Zertifizierung – auf die Zertifizierung der Städte und Gemeinden mit dem Label. Mit dem Beginn des Labelprozesses wurden die Gemeinden automatisch Mitglieder im Trägerverein Label Energiestadt. Sie hatten damit Anspruch auf die Teilnahme an regionalen und nationalen ERFA-Veranstaltungen (ERFA = Erfahrungsaustausch) sowie auf eine jährliche Standortbestimmungen.

Demgegenüber übernahm die Arbeitsgemeinschaft EnergieSchweiz - im Wesentlichen eine Arbeitsgemeinschaft privater Unternehmen - im Auftrag des Bundes und des Trägervereins alle Aktivitäten zur Marktbearbeitung, zur Durchführung der Prozessberatung (Energiestadt- und Mobilitätsberatung) und zur Erstellung der Zertifizierungsunterlagen - kurz: alle Aktivitäten zur Unterstützung der Kommunen bei ihren freiwilligen Bemühungen, einen Beitrag zu den Zielen des Aktionsprogramms "EnergieSchweiz" zu leisten. Die konkreten Aktivitäten der Marktbearbeitung wurden in einem 5-Jahres-Rahmenvertrag geregelt und jährlich mit einem Jahresvertrag spezifiziert. Die Nutzung des Labels "Energiestadt" durch das BfE und die ARGE Energie Schweiz für Gemeinden wurde in separaten Vereinbarungen mit dem Trägerverein Label Energiestadt geregelt. Die ARGE ESfG bzw. die bei ihr akkreditierten BeraterInnen stützten sich bei ihrer Tätigkeit auf Hilfsmittel (Produktpalette, Handbücher) ab, welche das BfE teils mit Kooperationspartnern entwickelte und zur Verfügung stellte, aber auch auf Hilfsmittel (Massnahmenkataloge wie "Die ideale Energiestadt"), welche die ARGE ESfG zusammen mit dem Trägerverein Label Energiestadt als Kooperationspartner selbst erarbeitete. Von der ARGE ESfG erhielten ihre akkreditierten Berater für die Ausübung ihrer Mandate teils Grundbeiträge, teils erfolgsabhängige Prämien.
Rudolf Baumann Hauser war Mitglied des Trägervereins Label Energiestadt, Auditor und akkreditierter Energiestadtberater der ARGE ESfG für die Region Zentralschweiz, für die er teils Mandate übernahm, teils aber auch an Dritte weitervermittelte.
Bewertung und Kassation:Den grössten Teil der kassierten Unterlagen machten Dokumentationsmaterial (Zeitungsausschnitte, Werbung, Tourismusunterlagen etc.), Doppel und Terminvereinbarungen aus. Beim kassierten Dokumentationsmaterial handelte es sich in erster Linie um Produktinserate in Zeitungen, Kleininserate und kleine Artikel, Broschüren sowie um Tourismusunterlagen. Im Falle der Broschüren und Tourismusunterlagen wurde darauf geachtet, ein paar thematische Muster aufzubewahren, da sie häufig Zusatzinformationen zu den einzelnen Projekten boten. Terminvereinbarungen oder auch Zugverbindungen wurden in jenen Fällen kassiert, in denen sich keine zusätzliche Korrespondenz darauf befand und/oder es entsprechende Sitzungsunterlagen gab. Doppel wurden kassiert, wobei es als kaum vermeidbare Redundanz über den ganzen Bestand hinweg mit Sicherheit nach wie vor doppelt vorhandene Unterlagen gibt (Bsp. Gruppen 219.01 und 219.03). Zu Redundanzen kam es auch im Bezug auf Dokumente, die in einem Erarbeitungsprozess, meist unter Mitarbeit mehrerer Beteiligter, zustande kamen. Hierbei wurde darauf geachtet, dass jeweils die früheste und letzte Version aufbewahrt wurden; zusätzlich wurden jene Exemplare aufbewahrt, auf welchen viele Notizen vorhanden waren. Die handschriftlichen Notizen schliesslich wurden in der Regel aufbewahrt. Nur Notizen, die keinerlei informative, und/oder ergänzende Informationen lieferten wurden kassiert. Dabei handelte es sich bspw. um notierte Uhrzeiten, Namen oder gänzlich Unleserliches.

Kassiert wurden sodann Kopien von Gesetzestexten, nicht ausgefüllte Formulare ohne Evidenzwert, PowerPointpräsentationen auf Foliensätzen, Submissionen und Referenzen ohne konkreten Projektbezug, diverse Jahres- und Geschäftsberichte, Mehrfachexempemplare von Serienbriefen etc.
Ordnung und Klassifikation:Die Unterlagen wurden meistens gemäss ihren Projektnummern abgelegt - die vorgefundene Ordnungsstruktur konnte somit grösstenteils übernommen werden. Es gab Fälle, in denen einzelne Unterlagen eine andere Projektnummer aufwiesen, als die Gruppen, in der sie konkret abgelegt waren. Handelte es sich um wenige Einzelunterlagen, wurde diese Ordnung gemäss Ablieferung beibehalten; nur wenn es sich um eine grössere Menge an Unterlagen handelte, wurden sie gemäss ihrer Projektnummer verschoben.

Innerhalb eines Projekts wurden die Unterlagen grundsätzlich nach einem einheitlichen Ordnungsschema gegliedert. Zunächst wurden die konzeptionellen Unterlagen in einem Teildossier zusammengefasst, sodann die Sitzungsunterlagen, die Buchhaltung, Unterlagen zu Offerten und zum Vertragswesen, Adressunterlagen, Berichtswesen, Korrespondenz, Notizen und schliesslich die Dokumentation). Bei einigen Projekten wurde diese Grundordnung durch inhaltliche Teildossiers ergänzt oder durchbrochen. Häufig handelte es sich hierbei um die Organisation eines Anlasses, um die Erarbeitung von Prospekten, von Programmen oder von Berichten.

Angaben zur Benutzung

Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Zugangsbestimmungen des Staatsarchivs.
Einsichtsbewilligungen in Archivalien, die noch einer Schutzfrist unterliegen, erteilt das Staatsarchiv.
Physische Beschaffenheit:gut
Erschliessungsgrad:detailliert
Findhilfsmittel:Findhilfsmittel finden sich im ersten Ordner der Erschliessung. Insbesondere das Abkürzungsverzeichnis kann sehr hilfreich sein.

Angaben zu verwandtem Material

Veröffentlichungen:- Bundesamt für Energie, Energie Schweiz für Gemeinden: Das Nachfolgeprogramm von Energie 2000, Bern, 2001 (URL: http://www.bfe.admin.ch/dokumentation/publikationen/index.html).
- Robert Horbaty [Geschäftsführer Trägerverein Energiestadt, Mitglied Geschäftsleitung ARGE ESfG usw.], Das Label Energiestadt®: Eine Einführung, Liesta 2011, S. 19-20. (URL: http://www.energiestadt.ch/d/joomla/downloads/label/Einfuehrung09.pdf)
- Bundesamt für Energie, EnergieSchweiz nach 2010, Zwischenbericht der Strategiegruppe, Bern 2008.
- UVEK/BfE, Ein fliegender Start, 1. Jahresbericht EnergieSchweiz für Gemeinden 2001/02, Bern 2002.
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:siehe auch:
Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) (Provenienz)
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.2034
Erforderliche Bewilligung:siehe Zugangsbestimmungen bei Akzession
Physische Benützbarkeit:Uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:https://query-staatsarchiv.lu.ch/detail.aspx?ID=1579476
 
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