Schweizerische St. Lukasgesellschaft für Kunst und Kirche / Societas Sancti Lucae SSL (Provenienz)

Archivplan-Kontext

 

Allgemeine Information

Identifikationsbereich

Titel:Schweizerische St. Lukasgesellschaft für Kunst und Kirche / Societas Sancti Lucae SSL
Stufe:Provenienz

Informationsbereich

Existenzzeitraum:ab 1924
Geographische Angaben:Sitz der Gesellschaft: Am Wohnort des jeweiligen Präsidenten / der jeweiligen Präsidentin des Vereins
Rechtsform:Verein
Tätigkeitsbereich:Veranstaltung von Tagungen, Vorträgen, Exkursionen und Ausstellungen zum Thema Kunst und Religion sowie Publikationen (z. B. Jahrbuch)
Beratung in Fragen des Kirchenbaus und der künstlerischen Ausstattung
Verwaltungsgeschichte / Biogr. Angaben:Geschichte:
Die Vorgeschichte der 1924 gegründeten Societas Sancti Lucae liegt in der Westschweiz. 1917 hatte sich die Künstlergruppe "Saint-Luc et Saint-Maurice" konstituiert, die dem architektonischen Eklektizismus und der verbreitete religiöse "Fabrikkunst" etwas entgegensetzen wollte. Anstoss zur Gründung einer gesamtschweizerischen Gesellschaft zur Förderung der zeitgenössischen kirchlichen Kunst und Architektur war eine Ausstellung christlicher Kunst am Katholikentag Basel 1924.
Am 5. Dezember 1924 wurde in Olten die Societas Sancti Lucae gegründet. Der Verein suchte "durch Zusammenarbeit des schweizerischen katholischen Klerus mit der Künstlerschaft und Freunden zeitgenössischer kirchlicher Kunst durch Vertreibung guter religiöser Kunst zur Hebung des künstlerischen Empfindens im Volke" beizutragen, und zwar durch Ausstellungen, Wettbewerbe, religiöse Tagungen und "durch die Bekämpfung unkünstlerischer Fabrikware in Kirche und Haus" (Gründungsstatut).
Unterschiedliche Kunstauffassungen – die Romands waren eher einem barocken, byzantinischen Ideal verpflichtet, während die Deutschschweizer ganz vom Neuen Bauen eingenommen waren – führte seit den 1930er Jahren zu einer Entfremdung. Seit 1945 ist die Westschweiz in der SSL nicht mehr präsent. "Die SSL sollte bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil das Monopol in Fragen kirchlicher Architektur und Kunst in der Schweiz beanspruchen." (Fabrizio Brentini) Ihre Anliegen wurden in der 1927 lancierten Jahrbuchreihe „Ars sacra“ formuliert, die 1953 in die Reihe "Sakrale Kunst" überging und bis in die 1970er Jahre andauerte. Ein Meilenstein dieser Jahre war neben vielen europaweit beachteten neuen Kirchenbauten die Ausstellung "Moderne christliche Kunst" im Kunsthaus Zürich von 1954.
Seit den 1970er-Jahren ist die SSL ökumenisch unterwegs. Die Fragestellungen werden zunehmend breiter und verlagern sich vom konjunkturellen Kirchenneubau der Nachkriegsjahre mehr und mehr hin zu grundsätzlichen Positionsbezügen im Spannungsfeld von Kunst und Kirche, wovon etwa die Symposien von 1997 ("Kunst und Kirche") und 2006 ("Braucht Kunst die Kirche?") in Kappel am Albis zeugen. Unter den Kunstaktionen sei die Gemeinschaftsarbeit "Vom Turm zum Brunnen" von acht Obwaldner Mitgliedern der SSL zum 500. Todesjahr von Niklaus von Flüe von 1987 hervorgehoben, die heute als feste Ausstellung im Museum Bruder Klaus in Sachseln gezeigt wird. Seit 2024 trägt die SSL den Schweizer Kirchenbautag mit, zusammen mit der Universität Bern und der Paulus Akademie Zürich.

Vorstand:
5 bis 9 Mitglieder (Kunstschaffende, ArchitektInnen, TheologInnen, KunsthistorikerInnen), die von der GV auf eine Amtsdauer von 3 Jahren gewählt werden.

Präsidien:
1924-1939 Alois Süss, Pfarrer, Meggen
1939-1945 Christoph Blum, Pfarrer, St. Clara, Basel
1945-1949 Adolf Hüppi, Kantonsschullehrer, Luzern
1949-1961 Isidor Ottiger, Pfarrer, Aesch (BL)
1961-1977 Hermann Reinle, Pfarrer, St. Maria, Luzern
1977-1983 Alois Müller, Liturgikprofessor, Luzern
1983-1986 Andreas Heggli, Laientheologe, Luzern
1986-1995 Fabrizio Brentini, Theologe, Kunsthistoriker, Luzern
1995-2001 Christoph Eggenberger, Kunsthistoriker, Zürich
2001-2009 Johannes Stückelberger, Kunsthistoriker/Kirchenbautag, Therwil BL
2009-2013 Lukas Niederberger, Theologe, Luzern
2013-2019 Veronika Kuhn, Kunsthistorikerin, Kilchberg/Uster ZH
2019-2025 Matthias Berger, Theologe/Bildwissenschaftler, Zürich
2025- Alexia S. Zeller, Theologin/Publizistin, Bern
Namhafte Mitglieder (Auswahl):
Hermann Baur (1894-1980), Linus Birchler (1893-1967), Kunsthistoriker; Meinrad Burch-Korrodi (1897-1978), Goldschmied; Alexandre Cingria (1879-1945), Kunsthistoriker und Glasmaler; Augustina Flüeler (1899-1992), Paramentenkünstlerin; Walter Maria Förderer (1928-2006), Architekt und Bildhauer; Franz Füeg (1921-2019), Architekt; Ferdinand Gehr (1896-1996), Maler; Anton Higi (1885-1951) und Karl Higi (1920-2008), Architekten; Fritz Metzger (1898-1973), Architekt; Alois Müller (1924-1991), Theologe; Erna Schillig (1900-1993), Malerin und Textilkünstlerin; Albert Schilling (1904-1987), Bildhauer; Gino Severini (1883-1966), Maler und Mosaizist, Ernst Stocker ("Coghuf") (1905-1976), Maler, Zeichner und Bildhauer; Hans Stocker (1896-1983), Maler



Bemerkung:Literatur:
• Fabrizio Brentini: Geschichte der Sankt Lukasgesellschaft für die Jahre 1924-1981, Lizentiatsarbeit an der Theologischen Fakultät Luzern, 1982 (Signatur PA 378/202)
• Vitromusée Romont, Camille Noverraz und Valerie Sauterel (Hrsg.): Lumières nouvelles sur le sacré. Arts verriers du Group de Saint-Luc, De Gruyter, 2024
• Camille Noverraz: Réinventer l’art sacré. Le Group de Saint-Luc (1919-1945), De Gruyter, 2024
• Camille Noverraz: Architecture religieuse et arts appliqués. Le rôle des femmes dans le Group de Saint-Luc, in: k+a 1.2024, Kunst + Architektur in der Schweiz (Hrsg. GSK, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte Bern), Frauen in der Architektur - Femmes et architecture - Donne e architettura, 75. Jahrgang, Bern 2024, Seiten 52-59
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:siehe Zugangsbestimmungen bei Akzession
Physische Benützbarkeit:Uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:https://query-staatsarchiv.lu.ch/detail.aspx?ID=1286404
 
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