PA 650 Firmenarchiv, 1825-2001 (Akzession)

Archive plan context


Information on identification

Ref. code:PA 650
Signatur-Bereich:PA 650/1 - PA 650/321
Title:Firmenarchiv
Creation date(s):1825 - 2001
Level:Akzession

Information on extent

Running meters:4.50

Information on context

UD - Creator (Link):Raeber Bernard L. (Luzern)
Bestandesgeschichte:Die Unterlagen wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Der letzte Firmeninhaber, Bernard L. Raeber, hat nun nach dem Verkauf der Firma das Archiv geordnet und verzeichnet.
Erwerbsart:Depot
Eingangsdatum:9/5/2008

Information on content and structure

Inhalt:- Detailliertes Verzeichnis von B. Raeber PA 650/1-5
- FiAR 1-5: Verträge, Presse, Liegenschaften, Personal 1825-1837 PA 650/6-10
- FiAR 6: Lohnbücher/Personalien PA 650/11-25
- FiAR 7: Gebrüder Räber & Cie. 1870-1897 (Buchdruckerei, Buch- und Kunsthandlung, Verlag) PA 650/26
- FiAR 8: Räber & Cie. 1897-1937 (Kollektivgesellschaft) PA 650/27-31
- FiAR 9: Soziale Einrichtungen 1859-1998 PA 650/32-43
- FiAR 10: Räber & Cie. 1937-1958 (Kollektivgesellschaft) PA 650/44-73
- FiAR 11: Räber & Cie. 1959-1965 (Aktiengesellschaft) PA 650/74-88
- FiAR 12: Raeber AG Luzern 1966-1983 PA 650/89-152
- FiAR 13: Raeber Druck AG 1984-1991 (Druckerei) PA 650/153-200
- FiAR 14: Raeber Bücher AG 1984-2001 PA 650/201-309
- FiAR 15: Zur Firmengeschichte PA 650/310-311
- Überformatiges (Protokollbände Krankenkasse, Comic zur Firmengeschichte u.a.) PA 650/312-321
Bewertung und Kassation:Es wurde nichts kassiert!
Ordnung und Klassifikation:Aus konservatorischen und Formatgründen wurden einzelne Archivalien der Ordnung Raeber entnommen und an den Schluss gestellt. Es sind dies die Archivalien mit den Signaturen PA 650/312-321. Im Verzeichnis von B. Raeber befindet sich ein entsprechender Verweis.

Conditions of access and use

Access regulations:Es gelten die allgemeinen Zugangsbestimmungen des Staatsarchivs.Dossiers zu Personen sind aber 70 Jahre gesperrt. Das Verzeichnis von Bernard L. Raeber (PA 650/1-5) ist öffentlich.
Einsichtsbewilligungen in Archivalien, die noch einer Schutzfrist unterliegen, erteilt der Deponent /die Deponentin (die Adresse erhalten Sie im Staatsarchiv).
Physical properties:gut
Level of description:detailliert
Finding aids:Elektronisches und Papierverzeichnis von Bernard L. Raeber

Information on related materials

Related material:Das Familienarchiv befindet sich noch bei Bernard L. Raeber. Er verzeichnet dieses analog zum Firmenarchiv und wird es anschliessend im StALU deponieren.
Veröffentlichungen:-F. Räber, Stammbaum der Familien R. von Ebikon und Luzern, 1968
-F. Blaser, Die Luzerner Buchdrucker des 19. Jahrhunderts, 1974
-B./J. Raeber, 161 Jahre in Luzern. Erste Firmengeschichte der Welt im Comic, 1986

Additional comments

Bemerkung:(Aus dem Vorwort zum gedruckten Verzeichnis von Bernard L. Raeber, Juli 2008) [PA 650/1]

1. Gegenstand der Archivierung
Es handelt sich um die Dokumente der Familienfirma "Gebrüder Räber", die seit ihrem Beginn im Jahr 1825 eine Buchdruckerei und einen Buchladen umfaßte und bald auch als Verlag tätig wurde.

Wie in Familienfirmen üblich lässt sich Geschäftliches und Familiäres nicht immer scharf trennen. Das Firmenarchiv FiAR legt den Akzent auf das Betriebswirtschaftliche und enthält personenbezogene Akten und Dokumente, sofern sie den Geschäftsgang direkt betreffen und beeinflussen. Über die Verwandten der Familien Räber/Raeber und die einzelnen in der Firma tätigen Familienmitglie-der, die je nach Stellung und Eignung das Geschehen maßgebend prägten, gibt das Personen-Archiv Reber/Räber/Raeber PAR weiteren Aufschluß, sofern Unterlagen vorhanden sind. Dort werden auch die Lebenserinnerungen von Aloys Räber-Leu (1796-1879) und Heinrich Räber-Jurt (1818-1902), der Exponenten der ersten und zweiten Firmengeneration, archiviert.

Die Dokumente der ersten und zweiten Firmengeneration 1825-1870 und 1870-1897 mit dem Namen "Gebrüder Räber" bzw. seit 1895 "Gebrüder Räber & Cie" werden zum Teil zusammen archiviert, weil das Geschehen ineinandergreift (Druck- und Verlagsverträge, Häuser, Personalunterlagen und Lohnbücher). Das gilt auch für die Rubrik "FiAR 09 Soziale Einrichtungen", mit der 1859 gegründeten firmeneigenen Krankenkasse sowie der seit 1924 bestehenden Invalidenstiftung und der 1957 entstandenen paritätischen Personalfürsorge-Stiftung der Firma. Die übrigen Dokumente der 2. Firmengeneration 1870-1897 werden getrennt erfaßt, so wie jene der dritten von 1897 bis 1937 als "Räber & Cie", die vierte unter den zwei Namen "Räber & Cie" 1937 bis 1958 und "Räber & Cie AG" 1959 bis 1966. In der fünften Generation ändert die Rechtsform dreimal und wird unter folgenden Firmenbezeichnungen archiviert: "Raeber AG Luzern" 1966 bis 1983, "Raeber Druck AG" 1984 bis 1991 und "Raeber Bücher AG" 1984 bis 2001. Die Druckerei wurde im Oktober 1991 an die Maihof Druck AG in Luzern verkauft, die Buchhandlung im August 2001 an die Zürcher Orell Füssli Buchhandlungs AG.

Seit dem Verkauf der Buchhandlung am 9. August 2001 führt die Firma in der sechsten Generation die Bezeichnung "Raeber AG Luzern", bestehend aus der Verwaltung der Liegenschaft Frankenstrasse Nr. 7, 7a und 9 sowie dem Buchverlag, der als Kleinverlag mit regionalen Themen weitergeführt wird, wobei Kunst, Literatur und Geschichte, die zu Luzern und zur Innerschweiz eine Beziehung haben, im Vordergrund stehen.

1.1 Druckerei und Buchhandlung
Die Druckerei bildet in allen fünf Generationen den Schwerpunkt. Das kommt auch in der Stellung des für die Druckerei verantwortlichen Familienmitgliedes zum Ausdruck, das zusammen mit dem Anciennitätsprinzip als Primus unter den Firmeneigentümern gilt, eine Situation, die mit der fünften Firmengeneration ihre Gültigkeit verliert.

1.2 Buchverlag
Im Oktober 1996 hat Sandra Huez-Raeber (*1969) die Bücher des Verlags von 1825 bis 1900 in ihrer Diplomarbeit als Bibliothekarin an der Zentralbibliothek Luzern nach bibliothekarischen Gesichtspunkten erfaßt und mit dem zweiten Band von 1900 bis zur Gegenwart fortgesetzt. Das war die Voraussetzung für die Schenkung des Verlagsarchivs, rund 1600 Bücher, Broschüren und Kleinschriften, an die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die vorhandenen Dokumente des Buchverlags wie Korrespondenz mit den Autoren, Verlagsabrechnungen und andere mit den jeweiligen
Titeln zusammenhängende Unterlagen ebenfalls in der Zentral- und Hochschulbibliothek zu archivieren. Es handelt sich um die Zeit von 1897 bis zur Gegenwart, von der dritten bis und mit der fünften Firmengeneration. Frühere Dokumente, sofern es sie gibt, sind in den Rubriken FiAR 01 bis 07 archiviert.
1.3 Galerie Raeber Luzern 1964-1979
Die fünfzehnjährige Ausstellungstätigkeit zeitgenössischer Kunst (96 Einzel- und Gruppenausstellungen) war von Beginn an mit dem Anliegen verbunden, das 140jährige, durch vier Generationen gepflegte katholisch-konservative Firmenbild in der Öffentlichkeit durch ein solches abzulösen, das den Aufbruch in die Gegenwart nach Außen glaubwürdig machte. Zudem publizierte die Galerie in Verbindung mit der Druckerei drucktechnisch qualitätsvolle Ausstellungskataloge. Sie hatte zum Ziel, Gegenwartskunst internationaler, nationaler und regionaler Künstler auszustellen, als Beitrag an das kulturelle Leben von Stadt und Region. Zudem eine Geste des Familienunternehmens, sich der Region Innerschweiz erkenntlich zu zeigen, in der es seit so langer Zeit existiert.
Das reiche Ausstellungsmaterial (Korrespondenz, Kataloge, Einladungskarten, Vernissagefotos usw.) wird nach den gleichen Kriterien wie das Firmenarchiv erfaßt. Wem das Galerie-Archiv überlassen werden wird, ist noch nicht festgelegt. Sinnvoller als das Staatsarchiv Luzern dürfte jedoch eine Institution sein, die mit Gegenwartskunst, vor allem auch mit schweizerischer, von ihrer Zweckbestimmung her zu tun hat.


2. Beginn des Archivs
Das Firmenarchiv beginnt mit dem ersten verfügbaren Dokument vom 9. Juni 1825, einem Inserat der "Gebrüder Aloys und Heinr. Räber. (Ledergaß Nro. 313)" im Luzernischen Intelligenz-Blatt, während das Personenarchiv Dokumente der Gründer enthält, die vor diesem Datum liegen und mit ihrem Werdegang als Setzer und Buchdrucker bei Anich zu tun haben.
In seinen Lebenserinnerungen setzt Aloys Räber-Leu (1796-1879), der mit seinem Bruder Heinrich Räber-Fluder (1799-1870) das Geschäft gründete, den Beginn auf den 1. Januar 1832 fest, als sie die Druckerei ihres ehemaligen Lehrmeisters Johann Martin Anich (1767-1838) käuflich erwarben, in der beide seit dem Ende ihrer Lehrzeit weiter gearbeitet hatten. Die kleinen Anfänge an der Ledergasse, sieben Jahre vor dem Kauf der angesehenen Anich'schen Druckerei, erwähnt der Gründer in seinen Erinnerungen verschiedentlich. Die beiden Brüder leisteten bei Anich gute Arbeit, führten aber bestimmte Aufträge in ihrem eigenen Kleinbetrieb aus, unter anderem weil ihr Vorgesetzter die technischen Einrichtungen nur ungern erneuerte. So waren sie seine besten Arbeitskräfte und konkurrenzierten ihn gleichzeitig. Ob sie wegen diesem Zusammenhang oder aus anderen Gründen die ersten Jahre übergingen, lässt sich nicht feststellen.
Das Gründungsjahr 1832 wurde von den nachfolgenden drei Generationen übernommen: 1932 feierte man das 100-Jahr-Jubiläum und 1957 das 125jähri-ge Bestehen. Im April 1971 fand Dr. phil. Fritz Blaser (1898-1980) bei seiner Arbeit über die Luzerner Buchdrucker des 19. Jahrhunderts auf der Zentralbibliothek im Luzerner Intelligenz-Blatt das Dokument vom 9. Juni 1825, was zur Neufestlegung des Gründungsjahres der Firma führte.

3. Zur Archivierung

3.1 Inhalt der archivierten Dokumente
Archiviert wird, was geschäftlich und betriebswirtschaftlich für die betreffende Zeit aussagekräftig ist. Es wurde Wert auf Unterlagen gelegt, die mentalitäts-geschichtlich von Interesse sind und die Arbeitswelt der jeweiligen Firmengeneration erhellen oder charakterisieren. Dabei kommt den
Dokumenten der mitarbeitenden Angestellten und Arbeiter der fünften Generation ein besonderer Stellenwert zu, also seit Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, in der Zeit anhaltender Hochkonjunktur. Äußeres Merkmal, dass 1966 das patronale Führungsprinzip in der Familienfirma Raeber zu Ende ging.
3.2 Erfassung der Dokumente
Die Dokumente wurden gesichtet, sortiert, untereinander verglichen, der jeweiligen Firmengeneration zugeordnet und nach Inhaltsgruppen mit Kurzbezeichnungen je Dokument erfaßt (Microsoft Word, Windows xp 2001, Kennwort Lawrence). Bei zwei gleichlautenden Dokumenten wurde das besser erhaltene archiviert. Nach Möglichkeit wurden Dubletten vermieden, in Einzelfällen jedoch unter zwei verschiedenen Rubriken archiviert, weil sie für beide aussagekräftig sind.
Über den Aufbau der Bezeichnungen gibt die Übersicht mit der Anzahl archivierter Dokumente der 15 Inhaltsgruppen Auskunft sowie die Titelblätter der einzelnen Gruppe mit den Dokumentzahlen ihrer Untergruppen.
Jedes Dokument besitzt einen Kurzbeschrieb: das Datum der Entstehung, Bezeichnung (Brief, Besprechungsnotiz, Protokoll, Mitteilung usw.), das Datum der Sitzung in Klammern, sofern es nicht identisch ist mit dem Datum der Niederschrift, Verfasser, Empfänger, kurzer Hinweis auf den Inhalt, Format und Anzahl Seiten. Beispiel: 31.01.1969, Akten-Notiz, M. Sproll, Staatskanzlei, mit Dr. K. Krieger A4/1.
Zur Anzahl der Dokumente: Es sind 11'392 Dokumente. Ein Dokument wird als eines gezählt, wenn es als Einzelblatt, aus mehreren losen Blättern zum gleichen Gegenstand oder als Bericht mit mehreren Seiten besteht. Ausnahmen sind die Unterlagen der Rubriken 12.4.2.2, 14.4.2 und 14.6.2, wo die einzelnen Blätter gezählt werden. Die Bostitch-Klammern sind außer bei Berichten entfernt und Dokumente mit zwei und mehr Seiten durch grüne Zwischenblätter markiert.
Archivalien, welche direkt einer Person zugeordnet werden können wie z.B. der Lehrbrief 1816 von Aloys Räber-Leu (1796-1879) werden im Personenarchiv Raeber (PAR) abgelegt, ebenso die Unterlagen zum Stammbaum der Familien Reber/Räber/Raeber von Ebikon/Luzern.
 

Usage

End of term of protection:12/31/2071
Permission required:siehe Zugangsbestimmungen bei Akzession
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

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