Zihlmann-Fischer, Josef (Provenienz)

Archivplan-Kontext


Identifikationsbereich

Titel:Zihlmann-Fischer, Josef
Stufe:Provenienz

Informationsbereich

Existenzzeitraum:1914 - 1990
Tätigkeitsbereich:Geboren in Hergiswil am Napf als Sohn eines Leiternmachers und Sigristen, wuchs Zihlmann in sehr bescheidenen Verhältnissen zusammen mit zehn Geschwistern auf. In der kalten Jahreszeit blies der Wind durch das Gebälk des Hauses, das kaum geheizt werden konnte. Obwohl die Schulzeugnisse des jungen Josef keine tiefere Note als die 6 aufwiesen, wurde er in keiner Weise gefördert. Er wäre aufgrund seiner Leistungen für das Gymnasium prädestiniert gewesen, musste aber früh für die grosse Familie Geld verdienen. Als Tagelöhner war er u.a. als Holzarbeiter, Goldwäscher und Schreiber tätig.
Ein Kurs auf dem Herzberg bei Fritz Wartenweiler weckte den Schriftsteller in ihm. Damals wirkte er als Versicherungsvertreter; mit unermüdlicher Ausdauer ging er von Haus zu Haus. Im November 1937 entstand die erste Geschichte in Mundart, der «Zytschangi», die im «Willisauer Boten» nach dem Willen des Verfassers anonym erscheinen sollte. Der Redaktor setzte aber trotzdem einen Namen darunter: Seppi a de Wiggere. Diese – von Zihlmann anfänglich wenig geliebte – Bezeichnung blieb ihm dann sein Leben lang erhalten. – Im Militär brachte er es zum Korporal, der während des Zweiten Weltkriegs der Sektion «Heer und Haus» zugewiesen wurde.
1940 heiratete Zihlmann Caroline Fischer; mit ihr gründete er eine grosse Familie. Von den sechs Kindern starb jedoch ein Knabe durch einen Unfall noch während der Primarschulzeit. – In seinem Hauptberuf als Usego-Detaillist gestaltete der Vielseitige mit Geschick und Kunstsinn seine Schaufenster; jedes einzelne hielt er sogleich fotografisch fest – auch hier war er der Sammler.
Wegen seiner Geradlinigkeit und Zivilcourage hatte er in der Politik nicht allzuviel Erfolg. Nachdem er drei Jahre lang Gemeindepräsident in Gettnau gewesen war, trat er zurück, weil er mit seinen Ratskollegen ein gestörtes Verhältnis hatte.
Innerhalb der Usego verlief seine Karriere steil aufwärts. Er wechselte aber dann über zur «bio-familia AG» in Sachseln, wo er die Stelle als Vizedirektor erhielt.
Im Dezember 1978 wurde er von der Universität Freiburg zum Ehrendoktor ernannt, 1992 bekam er den Innerschweizer Kulturpreis.
Religiöse Volkskunde fesselte ihn sehr; er ging all den vielen kleinen Kapellen seiner Umgebung nach und schrieb über die Suche der einfachen Leute nach Heilung mittels Gebeten zu den entsprechenden Heiligen.
Am 10. Januar 1990 beendete ein Hirnschlag das Leben des Seppi a de Wiggere.
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:siehe Zugangsbestimmungen bei Akzession
Physische Benützbarkeit:Uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:https://query-staatsarchiv.lu.ch/detail.aspx?ID=1041082
 
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